News vom 11.11.2016

Wie geht es weiter mit wanderforschung.de?

Das Beispiel "Wanderforschung" hat gezeigt, dass man mit wissenschaftlichen Methoden selbst auf alteingefahrenen Gebieten viel bewegen kann.

[weiterlesen]
Foto: Karin PoltoraczykWas gibt es am Wandern zu erforschen? Man muss dazu doch nicht viel mehr machen als einen Fuß hinter den anderen setzen... Das stimmt nur im Prinzip. Denn Wanderer sind anspruchsvoller geworden.

Worum geht es?

Wer daher wissen will, worauf es Wanderern ankommt, weshalb sie sich dabei so wohlfühlen, was einen eindrucksvollen Wanderweg ausmacht, worin sich Pilgern von Wandern unterscheidet, wieviele und welche Zeitgenossen wie oft wandern, welchen Stellenwert Wandern auf dem Freizeit- und Urlaubsmarkt hat oder wohin der Trend geht, der findet auf wanderforschung.de aufschlussreiche Daten, Fakten und Hintergründe.

Massenbewegung

Bis weit in die 90er Jahre hinein war Wandern kein Thema öffentlicher Aufmerksamkeit. Man hielt es für ein Auslaufmodell, das man am besten den Wandervereinen überließ. Dabei hat das Wandern seinen Charakter als erholsame Massenbewegung nie verloren. Nach wie vor unternimmt jeder zweite Deutsche mindestens ab und an eine längere Fußtour, jeder zehnte sogar häufiger. Davon sind kaum mehr als zwei bis drei Prozent in Vereinen organisiert. Noch weit höher liegen die Zahlen bei der mußevollen Variante Spazieren.

Was hat die Wanderforschung gebracht?

Anlass, sich seit Beginn der 90er Jahre systematischer mit diesem Massenphänomen zu befassen, gab die anhaltende Klage der Wandervereine über fehlenden Nachwuchs und mehr noch die des ländlichen Tourismus über schwindende Gästezahlen. Erste bundesweite Erhebungen unter Wanderern („Profilstudien Wandern“) warfen zahlreiche Klischees über deren Zusammensetzung, Mentalität und Ansprüche über Bord. Ein neues, ermutigendes Bild vom zeitgenössischen Wanderer gewann Gestalt. Darauf fußend entstanden in schneller Folge neue, erlebnisreiche Wanderwege, die erstarrte Wanderinfrastruktur erfuhr eine geradezu revolutionäre Umgestaltung – mit durchschlagendem Erfolg. Auch die Medien zeigten sich auf einmal für das „Neue Wandern“ aufgeschlossen.

Neue Perspektiven

Mittlerweile haben sich die gehobenen Qualitätsansprüche des neuen Wanderns durchgesetzt. Zugleich schleicht sich erneut Routine ein, aktuelle Trends werden nicht oder zu spät erkannt. Der Anteil der Wanderer an der Bevölkerung nimmt seit geraumer Zeit um ca. ein Prozent pro Jahr ab. Ähnliches gilt für die Mitgliedszahlen der Wandervereine. Die Vielzahl der neuen Fernwanderwege steht in keinem Verhältnis mehr zum schmalen Publikumssegment der Mehrtageswanderer. Die Konkurrenz wird härter, nur noch ausgewiesene Spitzenprodukte haben eine ihre Kosten rechtfertigende Chance auf dem Tourismusmarkt. Eine „kundenorientierte“ Wanderforschung ist erneut gefordert. Im Trend liegen heute die gesundheitlichen Aspekte des Wanderns, die landschaftspsychologische Erlebnisoptimierung der Wege oder auch die Erschließung der vernachlässigten Gruppe genießerischer Müßiggänger („Spazierwanderer“).

Kontakt: Redaktion wanderforschung.de

Wandern eröffnet einen besonders intensiven Zugang zur Natur, zur äußeren wie der inneren. wanderforschung.de ist daher eng verflochten mit der Website Natursoziologie.